2018 – Das Jahr der Elektroautos

Kevin Gögelein
22. Januar 2018

Aktuell humpelt die Elektromobilität in Deutschland etwas und kommt nur langsam voran. Als Ursache wird oft die fehlende Infrastruktur herangezogen. Weshalb sollte man auch Elektroautos auf den Markt werfen, wenn es noch nicht einmal genügend Ladesäulen gibt? Gibt es überhaupt eine Nation mit einer gut funktionierenden Infrastruktur? Und gibt es genug Nachschub in der Branche der Elektromobilität? Wir blicken in die Zukunft:

Vorbild Norwegen

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Norwegen legt ordentlich vor und zeigt, wie es geht: Die Elektroautodichte ist in Oslo um ein Vielfaches höher als überall sonst auf der Welt. Mit 150.000 E-Autos setzt sich Norwegen an die Spitze der Nationen. Doch weshalb entscheiden sich dort so viele für ein Elektromobil? Das liegt vor allem an den extrem billigen Preisen. So kostet ein VW Golf als E-Variante weniger als ein Golf mit Benzin- oder Dieselmotor.

Auch die Privilegien überzeugen: Während für herkömmliche Verbrenner hohe Steuern und sonstige Abgaben anfallen, sind Elektroautos dort von all dem befreit. Doch das Sparen geht noch weiter: Maut und Fährgebühren fallen ebenfalls weg, Taxi- und Busspuren dürfen auch benutzt werden und das Laden ist ebenfalls kein Problem, denn sie können einfach an öffentlichen Ladesäulen ohne Parkgebühren kostenlos Strom tanken.

Laut Herrn Sture Portvik, Projektleiter E-Mobility der Stadt Oslo, gibt es in Oslo aktuell 1.150 kostenlose öffentliche Ladeanschlüsse. Von den weiteren 850 privaten Ladepunkten seien noch einmal etwa 500 kostenfrei, schätz er.

Ladesäulenknappheit existiert in Norwegen also keinesfalls. Der daraus resultierende Stromverbrauch ist ebenfalls alles andere als problematisch. Strom wird in Norwegen im Überfluss produziert, das macht ihn ziemlich billig. So billig, dass sogar die Häuser elektrisch beheizt werden können. Das ist nicht verschwenderisch sondern ökologisch: Der Strom stammt zu 98 Prozent aus erneuerbaren Quellen, also aus Wasserkraft – vorbildlich

 

Elektromobilität in Deutschland

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In Deutschland allerdings bewegt sich die Elektromobilität nur schleichend, vorsichtig auf Zehenspitzen. Für viele gibt es aktuell zu wenig Pro-Punkte für einen Umstieg, einer davon ist sicherlich die Reichweite der E-Autos. Doch Tesla-Chef Elon Musk macht es vor: Mit dem zukunftsweisenden Modell S zeigt er, wie futuristisch und trotzdem alltagstauglich Elektroautos sein können. Dieser überragende Erfolg war ein Warn- und zugleich ein Startschuss für die anderen Automobilhersteller, die 2018 mit Vollgas, besser gesagt mit Vollstrom, nachziehen wollen.

Diese E-Autos kommen 2018

Diese E-Autos kommen 2018

Nissan Leaf 

Ab Januar 2018

Reichweite: 378

Preis: Ab 31.950 €

Hyundai Kona

Ab August 2018

Reichweite: 390 bis 500 km

Preis: 30.000 bis 40.000 Euro

Jaguar i-Pace

Ab Sommer 2018

Reichweite: 500 km

Preis: ca. 80.000 Euro

Audi e-tron Quattro

Ende 2018

Reichweite: 500 km

Preis: Ca. 78.000 Euro

Tesla Model 3

Ab Ende 2018

Reichweite: 350 – 500 km

Preis: 42.000 Euro