Ein weiterer Schritt in der Energiewende

Carlos Wißmüller
19. Juli 2017

Neuer Gesetzerlass bietet einen Vorteil für Mieter

Ein neues Förderangebot erleichtert Mietern, einen Zugang zum vom Vermieter produzierten Solarstrom zu erhalten. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. begrüßt das neue Marktsegment, mit der Hoffnung, dass diese mieterfreundliche Energiewende von der Energie- und Wohnungswirtschaft verstärkt in die Innenstädte getragen wird. Denn am 29. Juni 2017 verabschiedete der Deutschen Bundestag das »Mieterstromgesetz« und erlaubt nun Mieterinnen und Mietern die Verwendung des vom Vermieter erzeugten Solarstroms.

»Das ist ein Weckruf für die urbane Energiewende. Wohnungsbaugesellschaften werden nun hoffentlich vielerorts gemeinsam mit Stadtwerken auf Mieter zugehen und ihnen lokal erzeugten Solarstrom zu attraktiven Tarifen anbieten«, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V.

Körnig sagte ebenfalls, dass das jetzt beschlossene Mieterstromgesetz einen wichtigen Schulterschluss zwischen der Energie- und Wohnungswirtschaft ermöglicht. Und es sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung unserer Energieversorgung.

Laut Herrn Körnig könnte das Ganze aber nur der Beginn einer Neuausrichtung der Energiepolitik sein. Eine Neuausrichtung in Richtung Nachhaltigkeit und einer intelligenten Versorgung mit Wärme, Strom und Mobilität.

Die Zahlen machen die Beliebtheit von Solarenergie deutlich

3 Millionen private Haushalte verwenden Solaranlagen zum Erzeugen von Strom und Wärme. Laut einer Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde, könnte durch Installation von Photovoltaikanlagen auf Mietgebäuden in den nächsten Jahren die Zahl der Privathaushalte auf ca. 3,8 Millionen steigen.

Ab dem 1. August 2017 erhalten Betreiber von neuen Photovoltaikanlagen auf Mietgebäuden, die ihren lokal erzeugten Solarstrom nicht ins öffentliche Netz, sondern Mietern mit einem Mindestrabatt von 10 Prozent gegenüber regionalen Grundversorgungstarifen anbieten, einen Zuschuss von 2,2 bis 3,8 Cent pro Kilowattstunde.

Schwierigkeiten bei der Potenzialabschöpfung

Allerdings wird dieses Gesetz laut Energieexperten nur einen Teil des Potenzials der Innenstädte ausschöpfen und anheben können. Doch damit das Gesetz zum Standard im Neubau und Bestand werden kann, sind nach BSW-Auffassung in der nächsten Legislaturperiode weitere Hindernisse von der Politik zu beseitigen.

So müssten also steuerliche Barrieren für Wohnungsbaugesellschaften abgebaut oder zumindest Betreiber kleinerer Solarstromanlagen von Lieferantenpflichten im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes befreit werden. Aktuell wäre der Aufwand für Vermieter, die Mieter mit selbsterzeugtem Strom zu versorgen, auf Grund von Abrechnungs-, Informations- und Mitteilungspflichten einfach zu hoch.

Für Sie gelesen beim Bundesverband Solarwirtschaft und zusammengefasst von unserem Redakteur.
(https://www.pv-mieterstrom.de/news/weckruf-fuer-eine-urbane-energiewende)