Lohnt sich ein E-Auto? – Wir haben nachgefragt

Carlos Wißmüller
26. Juni 2017

Vor dieser Frage stehen derzeit viele potenzielle Käufer

Verständlicherweise stehen Sie hiervor mit einer gewissen Skepsis. Wir möchten Ihnen helfen und haben jemanden gefragt, der diese Frage gerade erst überwunden und sich ein Elektro-Auto angeschafft hat. Unser Interview-Partner Konstantin hat sich erst kürzlich einen Renault ZOE Intens gekauft und uns die wohl meist gestellten Fragen bezüglich der E-Mobilität beantwortet.

Mal nachgefragt...

Hallo Konstantin. Vielen Dank, dass du uns ein paar Fragen beantwortest. Lass uns mit der Frage starten, die sich wohl die Meisten stellen: Wie weit kommst du mit deinem E-Auto?

 «Die angegebene Reichweite liegt bei 150 km, realistisch sind es allerdings ca. 120 – 130 km. Diese Abweichung kommt zu Stande, da die Reichweite des Autos auch von Außentemperatur und genutzten Funktionen, wie bspw. Klimaanlage oder Multimedia, abhänigig ist.»

Was war denn die weiteste Strecke, die du mit deinem Auto bisher gefahren bist?

 «Das war von München nach Ansbach, das sind ca. 200 km. Wir haben uns aber nicht getraut, auf der Autobahn zu fahren und sind deshalb nur Landstraßen gefahren. Dabei haben wir dreimal geladen. Wir haben aus Sicherheit immer etwas früher geladen. Während dem Laden hat man immerhin die Möglichkeit, ein wenig zu verweilen.»

Gut zu wissen

Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, sollte man mit einem Elektroauto auf Autobahnen verzichten, da die Spitzengeschwindigkeit bei den Mittelklassemodellen, hier im Falle des ZOE Intens, bei 135 km/h liegt und die Batterie sehr schnell leer sein kann.

Und wie lange dauert es, wenn man unterwegs doch mal laden muss?

«Das hängt natürlich von der Ladestation ab. Ich kann mit 44 kW laden, da ist die Batterie in unter einer halben Stunde voll. Die meisten Säulen laden mit 22 kW, da dauert es dann ca. eine Stunde.»

Was hat dich dazu bewegt, ein Elektroauto zu kaufen?

«Wir wollten schon lange einen Zweitwagen haben, mit dem wir schnell und umweltschonend durch die Stadt fahren können. Als Stadt-Auto, und wenn man keine langen Strecken fährt, ist ein Elektrofahrzeug die beste Wahl.»

Ein Elektroauto lohnt sich

Nicht nur für den eigenen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt!

Wer also nur kurze Strecken und oft durch die Stadt fährt, und dabei auf die Umwelt achten möchte, kann sich ruhigen Gewissens für ein Elektrofahrzeug entscheiden.

Wer sich für ein E-Auto entscheidet, spart Geld. Nicht nur wegen wegfallendem Benzin oder Diesel, sondern auch wegen der 5-jährigen Steuerbefreiung. Wer sein Elektroauto im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 zulässt, wird für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Wie viele andere hatte auch Konstantin seine Bedenken was Wartung und Reparatur angeht. Tritt bei einem E-Auto ein Fehler auf, kann dieser nicht einfach von der nächsten Werkstatt um die Ecke repariert werden. Allerdings muss man beachten, dass Baugruppen wie Tank, Benzinpumpe, Öl, Öltank, Auspuffsystem, Anlasser, Lichtmaschine, Starterbatterie, Katalysator sowie Schaltgetriebe gänzlich fehlen. Das macht Elektrofahrzeuge nahezu wartungsfrei.

Welche Lademöglichkeiten hast du für dein Auto?

«In den Städten gibt es viele kostenlose Ladesäulen und Zuhause kann ich es auch aufladen.»

Welche Erfahrungen hast du bis jetzt mit deinem Elektroauto gemacht?

«Bisher eigentlich nur positive. Das einzige negative ist, dass man häufig laden muss.»

Hast du Tipps für Unentschlossene?

«Man muss sich bewusstmachen, wie viel man tatsächlich fährt. Wenn man nur 20 km zur Arbeit fährt, lohnt es sich auf jeden Fall. Auch als Zeitwagen ist ein E-Auto eine gute Lösung, da man hier bei langen Strecken immer noch die Möglichkeit hat, auf den Verbrenner zurückzugreifen.»

Das hört sich ganz so an, als würdest du beim E-Auto bleiben?

«Ja. Ich bin auf jeden Fall überzeugt.»

Video-Interview