Überspannungsschutz in der Energietechnik | Stromnetz (Teil 2)

Karl-Heinz Müller
14. März 2017

Im vergangenen Artikel haben wir erfahren, dass der Überspannungsschutz im Smart Home schon aufgrund der dort verwendeten Komponenten gesetzlich vorgeschrieben ist. Doch welche Geräte sind nun eigentlich zum Schutz der Anlage notwendig?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass alle Leitungen, die ins Gebäude führen oder dieses verlassen, in den Überspannungsschutz eingebunden werden. Daher gilt unser erster Fokus dem Schutz von energietechnischen Anlagen innerhalb des Stromnetzes.

Schutz innerhalb des Stromnetzes

Bauliche Gegebenheiten prüfen

Um eine Aussage zu treffen, welche Geräte Sie benötigen, sind zunächst die baulichen Gegebenheiten des zu schützenden Gebäudes zu berücksichtigen, nämlich Gebäude mit äußerem Blitzschutz (umgangssprachlich „Blitzableiter“) und Gebäude ohne diesen. Bei Anlagen mit äußerem Blitzschutz ist zusätzlich noch ein Ableiter mit einer höheren Blitzstoßstromfestigkeit erforderlich. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Kombiableiter, die in der Regel in die Zähleranlage, je nach Ausführung aber auch auf die Sammelschiene in der Zähleranlage eingebaut werden können.

Damit gelten Geräte, die eine Leitungslänge unterhalb von zehn Metern zum Kombiableiter (Schutzwirkung Typ 1+2+3) aufweisen, als ausreichend geschützt. Bei einer Leitungslänge von über zehn Metern zwischen Zähleranlage und nächster Unterverteilung sind in diese Überspannungsableiter (mit Schutzwirkung Typ 2) einzubauen. Damit wird die künftige Anlage vor „transienten Überspannungen“,  d. h. vor elektromagnetischen Feldern geschützt, die durch Blitzeinschlägen in der Nähe ausgelöst werden können.

Auch hier gilt einmal mehr: Geräte mit einer Leitungslänge unterhalb von zehn Metern sind damit ausreichend geschützt. Für Geräte die in die Überspannungsschutzkategorie I und II fallen, ist es indes vorgeschrieben, einen Typ 3-Ableiter – entweder als Bestandteil der Anlage oder auch als Steckdosenadapter – einzusetzen.

Dabei sollten in keinem Fall Leitungen vergessen werden, die vom Gebäude in Richtung automatisches Hoftor oder Außenbeleuchtung wegführen. Auch hier muss, abhängig vom Vorhandensein einer Blitzschutzanlage, am Gebäudeaustritt ein Kombiableiter (Schutzwirkung Typ 1+2+3) oder ein Überspannungsableiter (Schutzwirkung Typ 2) installiert sein.

Definition Ableiter

Ableiter schützen elektrische Geräte und Anlagen, indem sie den Blitzschutz-Potentialausgleich herstellen und so auftretende Überspannung auf ungefährliche Werte begrenzen. Ableiter für energietechnische Netze werden wie folgt unterteilt:

Ableiter Typ 1 - Blitzschutz

Der Typ 1 dient dem Blitzschutz-Potentialausgleich zwischen elektrischen Leitern der Niederspannungsanlage über die Potentialausgleichsschiene bei direkten und nahen Blitzeinschlägen und leiten den Blitzstrom ab.

Ableiter Typ 2 - Überspannungsschutz für elektrische Anlagen

Der Typ 2 wird als Überspannungsableiter für elektrische Anlagen verwendet. Sie reduzieren die Überspannungen auf ein für das nachgelagerte energetische Netz ungefährliches Spannungsniveau.

Ableiter Typ 3 - Überspannungsschutz für elektrische Endgeräte

Der Typ 3 wird als Überspannungsableiter für elektrische Endgeräte verwendet. Sie werden als Überspannungsschutz für Endgeräte verwendet. Sie reduzieren die Überspannungen auf ein für das nachgelagerte energetische Netz ungefährliches Spannungsniveau.