Überspannungsschutz in der Gebäude-, Steuerungs- und Informationstechnik (Teil 3)

Karl-Heinz Müller
11. April 2017

Im vorangegangenen Artikel zum Thema „Überspannungsschutz“ haben wir gelesen, welche Komponenten im Energietechniknetz notwendig sind.

Denn: Mit der Neufassung von DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 haben sich die Anforderungen an den Überspannungsschutz in Deutschland noch einmal wesentlich erhöht. Seit dem 1. Oktober 2016 gilt: Jedes neue Gebäude mit normgerechter Elektroinstallation muss mit einem Überspannungsschutz ausgerüstet sein. Nachdem Sie im Teil 2 erfahren haben, welche Komponenten im Energietechniknetz Sie benötigen, möchten wir nun darauf eingehen, welche Geräte im Bereich der Gebäude-, Steuerungs- und Informationstechnik benötigt werden, wenn ein sicherer Überspannungsschutz gewährleistet werden soll.

Geräteschutz

Typische Beispiele für Anwendungen in diesen Bereich sind: Heizungssteuerung, Gebäudesteuerung (z. B. KNX), Kameraüberwachung, Torsteuerung sowie alle Komponenten, die in den Bereich Telekommunikation fallen oder mit der TV-Empfangstechnik zu tun haben.

Grundsätzlich gilt es dabei, die Energieversorgung der Geräte und ihrer Netzwerke vor Überspannungen zu sichern, wie im Artikel Teil 1 dargestellt. Aber beachten Sie: Gerade auch im Zweifel ist es nie verkehrt, einen Überspannungsschutz für die Steckdose mehr zu installieren.

Heizung

Hier führt ein Außenfühler an die Außenwand. Ein entsprechender Überspannungsschutz kann am Gebäudeaustritt angebracht werden.

Gebäudesteuerung

Am Netzgerät für die Busspannungsversorgung sollte sich mindestens ein Überspannungsschutzgerät für jeden Spannungsabgang befinden.

Kameraüberwachung

Je Verkabelungssystem sollten hier Überspannungsableiter für LAN oder Koaxialkabel eingesetzt werden.

Torsteuerung

Hier muss am Gebäudeeintritt sowie an der Torsteuerung ein Überspannungs- oder Blitzschutz für die Energietechnik eingesetzt werden. Zusätzlich sollte auch bei Steuerung der Toranlage über Kleinspannung in beiden Bereichen ein Überspannungsschutz für die entsprechende Spannungsebene verwendet werden.

Telefon/Telefonanlage

Vor dem Splitter der Hausanlage, am besten am Gebäudeeintritt, soll hier ein Kombiableiter für eine Doppelader eingebaut werden. Bei Glasfaseranschlüssen ist kein Ableiter erforderlich. Selbstverständlich sollte die Spannungsversorgung von Telefonanlage und Router dabei mit einem energietechnischen Typ3-Ableiter ausgestattet werden.

TV-Empfangstechnik

Grundsätzlich ist „auf Energieseite“ ein Schutz aller aus dem Netz versorgten Komponenten vor Überspannungen erforderlich. Je nach Ausführung müssen dann der Multischalter der Satellitenanlage oder die Kabel-TV-Anlage mit entsprechenden Komponenten geschützt werden.