Warum eine Ladestation? | Elektromobilität entdecken Teil 2

Karl-Heinz Müller
14. November 2017

Viele Käufer eines Elektroautos fragen sich, warum sie sich eine teure Ladestation kaufen sollen, obwohl das Fahrzeug doch auch mit dem oftmals beim Fahrzeug mitgelieferten (Not-)Ladekabel aufgeladen werden kann?

Gefahr der Überhitzung

Mit dem mitgelieferten Ladekabel kann es bei der Aufladung an einer SchuKo-Steckdose durch die langandauernde hohe Belastung (bis maximal 16 A) zu einer Überhitzung der Steckdose oder der vorgelagerten Elektroinstallation (Klemmstellen mit hohem Übergangswiderstand in Verteilerdosen oder Verteilerschränken, bedingt durch Alterungserscheinungen in der Installation) kommen. Dies kann so weit gehen, dass das Entstehen von Bränden nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Aufladung an einer SchuKo-Steckdose sollte daher nur in Ausnahmefällen und nur mit einem maximalen Strom von 10 oder 13 A erfolgen.

Die Ladebetriebsart bestimmt das Sicherheitsniveau

Geringe Leistung

Die Ladeleistung an einer Schuko Steckdose bei einem Strom von 10A beträgt 2,3kW. Dies bedeutet, bei einer Ladezeit von einer Stunde wird eine Energie von 2,3kWh übertragen. Beispiel BMW i3: Bei einer nutzbaren Akkugröße von etwa 27kWh beträgt die Ladezeit etwa 12 Stunden, dies entspricht etwa einer Reichweite 200km bei einem Verbrauch von 12,6kWh je 100km (Werksangabe!)

Die Ladeleistung definiert die Aufladegeschwindigkeit

Deutliche Verkürzung der Ladezeiten

Wesentlich kürzere Ladezeiten erreicht man durch den Einsatz einer Ladestation. Da diese von einem eigenen Stromkreis im Verteilerschrank versorgt wird, besteht hier bei fachgerechter Installation trotz der wesentlich höheren Leistung keine Brandgefahr. Im Privatbereich wird man, je nach vorhandenem Hausanschluss, hauptsächlich eine 11 kW, maximal eine 22 kW Ladestation auswählen. Der BMW i3 wäre an der 11 kW Ladestation in etwa 3 Stunden vollgeladen. Allerdings ist diese Ladeoption sowie die Möglichkeit, an öffentlichen Gleichstromladestationen mit 50 kW Leistung zu laden, bei BMW mit einem Aufpreis verbunden. Der Renault ZOE z.B. kann an entsprechenden Ladestationen serienmäßig mit einer Leistung von bis zu 22 kW geladen werden. Bei einer Akkukapazität von 41 kWh wäre das Fahrzeug in 2 Stunden an 22 kW oder in 4 Stunden an 11 kW geladen und hätte dann wieder eine Reichweite von 400 km (NEFZ, oder realistisch etwa 300 km).

Ladestationen können aufgrund ihrer höheren Schutzart im Freien, z.B. am Carport, installiert werden. Zudem gibt es verschiedene Autorisierungsmöglichkeiten, um einen Zugriff durch Unbefugte zu unterbinden. Es macht also durchaus Sinn, für den täglichen Ladevorgang zu Hause eine Ladestation zu verwenden, da nur hierdurch eine sichere und ausreichende Ladung in überschaubarer Zeit gewährleistet ist.

Für Sie gelesen auf den Webseiten von E-Stations und zusammengefasst von unserem Redakteur. (https://www.e-stations.de/)