Was ist bei den unterschiedlichen Steckvorrichtungen zu beachten? | Elektromobilität entdecken Teil 5

Wie werden Elektrofahrzeuge an den Ladestationen angesteckt und was gibt es zu beachten?

Ladestecker Typ 1

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Der Ladestecker Typ 1 ist eine japanische Entwicklung und für einphasiges Laden (Wechselstromladung) bis 7,4kW geeignet. Aufgrund von möglichen Schieflasten im Netz ist in Deutschland einphasiges Laden allerdings nur bis 4,6kW zugelassen.

Diese Steckvorrichtung findet sich nur auf der Fahrzeugseite.

Es gibt Ladestationen mit fest angeschlossenem Ladekabel und Stecker Typ 1 auf der Fahrzeugseite. Da Fahrzeuge in einigen Jahren wahrscheinlich standardmäßig mit einem Stecker Typ 2 ausgestattet sein werden, ist dies allerdings nicht ratsam. Die Ladestation kann dann nicht mehr verwendet werden. Sinnvoller ist es, eine dreiphasige Ladestation mit 11kW, einer Ladesteckdose und einem Ladekabel Typ 2 auf Typ 1 zu verwenden.

Hinweis: Verlängerungsleitungen und "Adapterkabel", die an einem anderen Ladekabel angeschlossen werden, sind nicht erlaubt und funktionieren in der Regel auch nicht!

Ladestecker Typ 2

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Der Ladestecker Typ 2 ist eine Entwicklung der Fa. Mennekes, er ist für dreiphasiges Laden (Drehstromladung) bis max. 63A (44kW) konzipiert. Fast alle neu auf den Markt kommenden Fahrzeuge dürften mit diesem Ladestecker ausgestattet sein. Ladestationen können mit Ladesteckdosen Typ 2 (dann wird ein Ladekabel mit Stecker und Kupplung Typ 2 benötigt) oder mit fest angeschlossenem Ladekabel mit Ladekupplung Typ 2 ausgestattet sein.

Die maximale Leitungslänge beträgt etwa 10m, größere Leitungslängen führen zu Störungen bei der Kommunikation zwischen Ladestation und Fahrzeug.

Verlängerungsleitungen sind nicht zulässig und technisch aufgrund spezieller Ausführung der Steckverbindungen nicht möglich.

Combined Charging System (CCS)

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Die CCS-Steckverbindung ist eine Entwicklung der Fa. Phoenix-contact und ist zum Laden mit Gleichstrom vorgesehen. Sie vereint den Typ 2 mit Kontakten zur Gleichstromladung, was die Ausführung an der Fahrzeugseite vereinfacht. Die Ladedose an der Fahrzeugseite kann sowohl mit Typ 2 als auch mit CCS genutzt werden, ohne, dass zwei separate Lademöglichkeiten vorgesehen werden müssen.

In flüssig gekühlter Ausführung (High Power Charging Technology) ist die Steckverbindung laut Hersteller für Ladeströme bis max. 500A bei 1000V (500kVA) geeignet. Aufgrund der hohen Ladeleistung wäre die für 100km erforderliche Energie in etwa 3 Minuten geladen, wobei es aktuell keine Serienfahrzeuge gibt, die mit diesen Ladeleistungen arbeiten können.

Derzeit sind Fahrzeuge mit Ladung in CCS-Technik meist nur gegen Aufpreis erhältlich, eine Nachrüstmöglichkeit besteht nicht.

CHAdeMO

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Diese in Japan entwickelte Steckvorrichtung war ursprünglich für Ladeleistungen bis 150kW konzipiert, zukünftig sollen Ladeleistungen bis 400kW möglich sein.

Auch hier handelt es sich um eine reine Gleichstrom-Steckverbindung, die hauptsächlich in Fahrzeugen französischer oder japanischer Hersteller zum Einsatz kommt. Einige Fahrzeuge sind standartmäßig damit ausgerüstet, bei anderen Fahrzeugen muss die Lademöglichkeit über CHAdeMO als Sonderausrüstung beim Fahrzeugkauf mit erworben werden. Eine Nachrüstung ist nicht möglich.