Was muss man bei der Planung eines Smarthome beachten?

Ralf Wohlmann
27. Juni 2017

Smart Home ist in aller Munde

Aber was muss man überhaupt beachten?

Nimmt man die Zahl der Informations- und Werbebeiträge als Ausgangspunkt, die zuletzt in Funk, Fernsehen und Internet zum Thema Smart Home erschienen sind, kann man von einem regelrechten „Smart Home-Boom“ sprechen.

Aber stimmen die dort vermittelten Botschaften – nämlich Smart Home-Apps ohne große Kenntnisse und Aufwand einrichten und bedienen zu können – auch tatsächlich? Und wenn ja, erfüllen dann diese Anwendungen tatsächlich auch die Anforderungen, die die Kunden daran stellen? Bereits im Zuge der Planung von Smarthome-Funktionalitäten gilt es, eine Reihe von Fragestellungen zu beachten:

» Wie werden die Steuerbefehle übertragen?

» Muss ich zusätzliche Leitungen verlegen?

» Benötige ich einen Stromanschluss, oder soll ich Systeme nutzen, die mit Batterie ausgestattet sind?

» Gibt es Probleme bei der Funktechnik aufgrund bestimmter baulicher Gegebenheiten vor Ort?

An diesem Punkt sollten Sie in jedem Fall auf die Kompetenz und Leistungsfähigkeit von Spezialisten zurückgreifen. Ihr Elektrohandwerksbetrieb in der Nähe wird Sie mit Sicherheit unterstützen, hier Ihre persönlichen Ansprüche so umzusetzen, wie Sie es sich wünschen.

Neubau oder Renovierung?

Für jeden Wunsch die richtige Lösung

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Neubau und Sanierung. Der Aufwand, die gewünschten technischen Anwendungen zu realisieren, sollte dabei immer in einem angemessenen Verhältnis zu den Kosten stehen.

Noch weiß niemand genau, wie sich die unterschiedlichen Systeme in der Zukunft entwickeln werden. Ob Wi-Fi oder Bus: Bis dato gibt es keinen einheitlichen Standard, der es ermöglicht, sämtliche Komponenten in eine singuläre Lösung einzubinden. Über Wi-Fi lassen sich beispielsweise eine Vielzahl von Anwendungen zu überschaubaren Kosten realisieren. Mehr Sicherheit bietet hingegen eine Busverkabelung. Ist das Budget entsprechend ausgestattet, sollten Anwender diese Lösung bevorzugen.

Neubau

Im Fall von Neubauten ist es sinnvoll, Busverkabelungen bereits parallel zur Spannungsversorgung zu verlegen. So haben Sie in Bezug auf Vernetzung und Steuerung maximale Flexibilität. Am besten sind Netzwerkkabel dafür geeignet, da sie darüber hinaus weitere Anwendungen ermöglichen. Ist das passive Netzwerk erst einmal vorhanden, können Sie Ihr Smart Home auch später noch in jedem gewünschten Umfang realisieren.

Sanierung/Renovierung

Im Sanierungsfall sind Wi-Fi-Lösungen in der Regel praktikabler, da damit die Installationskosten im Rahmen gehalten werden können. Viele Standardanforderungen – Heizung, Rollladen oder Licht – können hier mit Systemen mittlerer Preisklasse in ausreichender Funktionalität umgesetzt werden. Als Fachmann mit entsprechendem technischen Verständnis sind Sie möglicherweise auch selbst in der Lage, Ihr System in Betrieb zu nehmen.

Achtung:

Wenn Sie mit einem System unterschiedliche Endgeräte steuern wollen: Hier stößt man schnell an seine Grenzen! Gerade in komplexeren Fällen empfehlen wir unbedingt, das Fachhandwerk in Planung und Umsetzung einzubeziehen. Langjährige Erfahrungen sowohl in der Auswahl der Technik als auch bei der Inbetriebnahme zahlen sich hier in jedem Fall aus.

Unser Tipp:

Das Budget bestimmt hier die Auswahl der Technik und den Umfang der Leistung. Vor allem bei Neubauten bieten KNX-Bussysteme beste Voraussetzungen, um sämtliche Anforderungen zu erfüllen. Bei Sanierungen (bzw. in Mietwohnungen) empfehlen wir Wi-Fi-Lösungen, da sich Installationskosten und Aufwand in aller Regel in Grenzen halten.