Wie kommt es zu Schimmel in einem Wohngebäude?

Carlos Wißmüller
20. September 2017

Ihr habt Zuhause Schimmel an den Wänden? Mit diesem Problem seid Ihr nicht alleine: In Deutschland sind von 100 Wohnungen 20 davon betroffen. 

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Schimmelbildung?

Schimmelpilze benötigen eine feuchte Umgebung. Die Feuchtigkeit in den eigenen vier Wänden kann verschiedene Ursachen haben:

- Undichte Dächer / Dachrinnen

- Rohrbrüche / Überschwemmungen

- Risse in der Mauer

- Ungenügendes Austrocknen nach Baumaßnahmen

Aber häufiger begünstigen wir, die Bewohner Schimmelbildung durch alltägliche Dinge, wie Kochen, Putzen, Duschen oder Baden, Pflanzen gießen. Auch durch unsere blose Anwesenheit, in dem wir Schwitzen oder auch einfach nur Ausatmen kann Schimmelbildung gefördert werden. Diese Feuchtigkeit muss durch richtiges Heizen und Lüften wieder abgeführt werden. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn unser Gebäude fast Luftdicht gedämmt ist.

Sehr feuchte Oberflächen sind ein perfekte Nährboden für Schimmel

Die vorhandene Feuchte der warmen Luft schlägt sich auf kühleren Wandoberflächen nieder und kondensiert. Nun kann auf folgenden Materialien Schimmel entstehen:

- Holz

- Tapete

- Gipskarton

- Farbe / Lack

- Zement / Beton

Denn ausschlaggebend ist nicht die Gesamtfeuchte eines Materials, sondern das den Pilzen zur Verfügung stehende „freie“ Wasser. Schimmel kann auch auf Materialien entstehen die nicht sichtbar feucht sind. Es genügt eine relative Luftfeuchtigkeit von circa 80% an der Oberfläche des Materials.

Schimmel in Neubauten

Wegen der dichten Gebäudehülle schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, dass neu errichtete Gebäude mit einer Lüftungsmaßnahme ausgestattet werden müssen, um den Mindestluftaustausch sicherzustellen und Schimmelbildung zu unterbinden. Daher sind Architekten, Planer oder Energieberater verpflichtet, ein Lüftungskonzept gemäß DIN 1946-6 zu entwickeln, das passive Lüftungssysteme mit Nutzerunterstützung berücksichtigt, oder aktive Systeme (Ventilatorgesteuert) mit Wärmerückgewinnung ohne Nutzerunterstützung.

Wie kann man die Feuchtigkeit in der eigenen Wohnung bestimmen?

Tipp für die Praxis

Sprechen Sie mit dem Handwerker Ihres Vertrauens oder besorgen Sie sich einen Hydrometer zum messen der vorhandenen Luftfeuchtigkeit. Sie sollten Durchschnittlich 65 bis 70 % betragen und entlang von Wandoberflächen auf keinen Fall 80 % überschreiten. Werden diese Werte bei Ihnen deutlich überschritten sollten Sie ernsthaft über Ihre Lüftungsgewohnheiten oder der Installation einer kontrollierten Wohnraumlüftung durch einen Fachmann nachdenken.