Wozu eine Wohnraumlüftung installieren?

Carlos Wißmüller
04. Dezember 2017

Das Thema Lüften wird in Zukunft immer relevanter und komplexer, neue Bauverordnungen und Förderungen entstehen. Doch für wen sind Lüftungsanlagen relevant? Welche Arten von Wohnraumlüftungen gibt es? Lohnt sich eine Nachrüstung für Altbauten? Diese Fragen und noch viele mehr hat uns Herr Ronald Übelmesser von der Firma Helios Ventilatoren in einem kurzen Interview beantwortet.

Schadstoffe nach außen befördern

Die Hauptaufgabe einer Wohnraumlüftung besteht darin, verbrauchte Luft innerhalb eines Gebäudes gegen frische schadsoffarme Außenluft auszutauschen. Dadurch erhöht sich die Lebensqualität erheblich.

Zu den Schadstoffen zählen sowohl Emissionen aus Oberflächen wie Möbel und Bodenbeläge als auch durch Atmung entstehende CO²-Emissionen und Feuchtigkeit. 

Was macht eine Wohnraumlüftung noch?

Bei der Geruchsabfuhr werden durch den Geruchssinn wahrnehmbare olfaktorische Veränderungen der Atemluft abgeführt. Diese entstehen ebenfalls durch Emissionen aus Raumoberflächen und anderen Einflüssen, bspw. durch Körpergeruch oder Zigarettenrauch.

Die empfundene Luftqualität wird in Dezipol und die Geruchsquelle in Olf beschrieben. Olf ist die Maßeinheit zur Bewertung der Stärke einer Geruchsquelle bezeichnet. Die Verunreinigungslast einer Person der Aktivitätsstufe I (sitzende Tätigkeit) beträgt 1 Olf und führt bei einer Lüftungsrate von 36 m³/h zu einer Luftqualität von 1,0 Dezipol (mittlere bis hohe Luftqualität). 

»Je nach Oberflächenmaterial kann eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 80-85% bereits zur Bildung von Schimmelpilz führen.«

Feuchtigkeitsabfuhr bei zu hoher Luftfeuchtigkeit

Feuchtigkeit in Gebäuden entsteht durch innere oder äußere Quellen. Durch diese Quellen ist der absolute Feuchtegehalt innerhalb eines Gebäudes immer höher als in der Außenluft (Ausnahme möglich bei geringen Feuchtequellen und hoher Feuchteabsorption der Raumoberflächen). Da Luft nur eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen kann, wird der Feuchtegehalt auch durch die relative Luftfeuchte beschrieben. Sie stellt den „Ausnutzungsgrad“ für die Feuchteaufnahme der Luft dar. Die Wasseraufnahmefähigkeit von

Luft ist temperaturabhängig, so kommt es in kalten Bereichen schneller zur Kondensation. Je nach Oberflächenmaterial kann eine relative Luftfeuchte von ca. 80-85% bereits zur Bildung von Schimmelpilz führen.

Elektronische Geräte, Körperwärme, Sonneneinstrahlung – das alles sind Wärmequellen. Die natürliche Abfuhr von Wärme entsteht durch Transmission, Abstrahlung und Konvektion. Somit stellt die Lüftung den schnellsten und effektivsten Wärmetransport dar.

Für Sie gelesen auf den Webseiten von BauNetz und haustec und zusammengefasst von unserem Redakteur. (www.haustec.de und www.baunetzwissen.de)