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#Netzwerktechnik

Wer braucht eigentlich eine WLAN-Ausleuchtung und wie geht das?

Eine WLAN-Ausleuchtung braucht jeder, der sicherstellen muss, dass ein drahtloses Netzwerk überall zuverlässig funktioniert. Das gilt besonders in Umgebungen, in denen viele Menschen oder Geräte gleichzeitig auf das Netz zugreifen oder in denen bauliche Gegebenheiten den Empfang erschweren.

 

Lesezeit: 04:50 Minuten

Hand hält ein Smartphone, aus dem ein blaues WLAN-Symbol hervorgeht; im Hintergrund stilisierte Gebäudegrafiken
Farbige Heatmap eines Gebäudegrundrisses mit markierten WLAN-Abdeckungsbereichen und Skala von Rot bis Blau
Gebäudegrundriss mit eingezeichneten WLAN‑Symbolen und grüner Funkausbreitungsgrafik, ergänzt durch eine figurative Darstellung mit WLAN‑Wellen

Ob es Räume in Unternehmen, eine Schule, ein Hotel, ein Veranstaltungsort oder ein Privathaushalt ist – überall dort, wo verlässliche Funkabdeckung entscheidend ist, ist eine WLAN-Ausleuchtung notwendig. Zum Beispiel in der Gastronomie, wenn mobile Geräte zur Bestellannahme aufgrund instabiler WLAN-Verbindungen nicht zuverlässig funktionieren und Unzufriedenheit beim Gast hervorrufen. Eine WLAN-Ausleuchtung ist ein technisches Verfahren, bei dem die Qualität und Reichweite eines drahtlosen Netzwerks in einem Gebäude oder Gelände genau gemessen und analysiert wird. Dabei gehen Fachleute mit speziellen Messgeräten oder Software durch die Räume und erfassen an vielen Punkten Werte wie Signalstärke, Störungen, Überlappungen und Funklöcher. Das Ziel einer WLAN-Ausleuchtung ist es, herauszufinden, wo Access Points am besten platziert werden sollten, damit das WLAN überall stabil, schnell und zuverlässig funktioniert. Sie wird sowohl bei der Planung neuer WLAN-Netze als auch zur Optimierung bestehender Installationen eingesetzt. Kurz gesagt: Eine WLAN-Ausleuchtung zeigt, wie gut das WLAN wirklich ankommt, und hilft dabei, eine saubere, lückenlose Abdeckung zu erreichen.


Vorteile für Elektrofachbetriebe 

Für Elektrofachbetriebe ist die WLAN-Ausleuchtung eine wertvolle Ergänzung des eigenen Leistungsangebots. Sie ermöglicht eine präzisere Planung, reduziert das Risiko von Reklamationen und bietet Kunden einen echten Mehrwert. Gleichzeitig ergeben sich neue Geschäftschancen – etwa durch die Installation zusätzlicher Access Points oder die Modernisierung der Netzwerkstruktur. Betriebe, die diesen Service anbieten, profitieren von einer klaren Positionierung als kompetente Ansprechpartner für moderne Gebäudetechnik.

Es gibt drei Varianten einer WLAN-Ausleuchtung, die sich danach unterscheiden, wann und mit welchem Ziel gemessen werden soll:


1. Theoretische WLAN-Ausleuchtung oder Planungsausleuchtung 

Es wird das WLAN virtuell geplant, bevor überhaupt Access Points montiert werden. Software berechnet anhand von Grundrissen, Wandmaterialien und Raumnutzung, wie sich das Funksignal voraussichtlich verhält. Das ist ideal für Neubauten oder größere Umplanungen und die einzige Methode, wenn das Gebäude noch gar nicht steht oder ein Vor-Ort Einsatz zu teuer ist. Diese Variante kommt in 95% der WLAN-Ausleuchtungen zu Einsatz und ist sehr kostengünstig. 


2. Vor Ort WLAN-Ausleuchtung oder Site Survey (Aktive Ausleuchtung) 

Bei dieser Variante wird aktiv ein WLAN Vor-Ort aufgebaut eine Verbindung zu den bestimmten Access Points aufgebaut, um reale Werte wie Datenrate, Roaming-Verhalten oder Paketverluste durch geplantes Abgehen des Gebäudes mit einem Messgerät zu messen. Dadurch lässt sich sehr genau beurteilen, wie stabil und leistungsfähig das WLAN tatsächlich arbeitet. Diese Variante kommt vorrangig in Hochregallagern, Produktionshallen und bei besonders kritischen Anwendungen zum Einsatz. 


3. WLAN-Validierung (Passive Ausleuchtung) 

In diesem Fall wird das bestehende Funksignal nur empfangen, aber nicht aktiv beeinflusst. Man misst Signalstärke, Störungen und Rauschen von allen vorhandenen WLANs. Sie eignet sich gut, um Probleme, Funklöcher oder Störquellen sichtbar zu machen. Diese Ausleuchtung kann sowohl Vor-Ort als auch theoretisch erfolgen.


Und wie mache ich das jetzt? 

Bevor es los geht, benötigen die Spezialisten Informationen und Unterlagen vom jeweiligen Kunden die für alle WLAN-Ausleuchtungsvarianten:

  • Technischen Ansprechpartner
  • Grundrisspläne mit Maßstab und Materialangaben für Wände etc.
  • Informationen zu den Räumen wie EX-Geschützt oder private Räume ohne WLAN
  • Einschränkungen für die Montage von Access Points wie z.B. Treppenhaus etc.
  • Anforderungen des Kunden für die genutzten Anwendungen (SAP, CAD, Telefonie etc.)
  • Angaben zu genutzten Endgeräten und deren Anzahl in bestimmten Bereichen
  • Angaben zum gewünschten Hersteller für die WLAN-Lösung oder neutrale Ausleuchtung
  • Besondere Bedingungen Vor-Ort 

Hierfür stellen die Spezialisten einen entsprechenden Fragebogen und ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um alle relevanten Informationen für eine professionelle WLAN-Ausleuchtung zur Verfügung zu haben. 

Wenn alle Daten vorhanden sind, wird in Absprache die Variante der WLAN-Ausleuchtung besprochen, definiert und umgesetzt.


1. Theoretische WLAN-Ausleuchtung 

Mit den zur Verfügung stehenden Informationen werden jetzt die Gebäudepläne in eine spezielle Software eingelesen (hierbei ist darauf zu achten das keine Sicherheitsrelevanten Daten und Kundeninformationen in ungesicherte Cloud Lösungen außerhalb von Deutschland geladen werden) und alle vorhandenen Gebäudestrukturen wie Wände, Fenster und Türen manuell eingezeichnet. Nach Vorgaben des Kunden werden dann die mit WLAN zu versorgende Bereiche markiert. 

Jetzt werden mit den Herstellervorgaben des Kunden Access Points in dem Plan platziert und die Ausbreitung der Funksignale simuliert (das geht auch über mehrere Etagen hinweg). Es werden verschiedene Informationen gesammelt (Signalstärken, Signal-Rausch-Abstand, Signal-Stör-Verhältnis, AP-Empfangsbereiche, AP-Anzahl, Voraussichtliche PHY-Rate, Pro-Kanal-Abdeckung, Kanalbandbreite je Frequenz 2.4/5/6 GHz etc.) und in einer „Heatmap“ dargestellt. 

Aus diesem ausführlichen Report lassen sich dann die entsprechenden Vorgaben für die Installation und die Leistungsfähigkeit der installierten WLAN-Lösung ablesen, und ein entsprechendes Angebot an den Kunden erstellen. 

Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre können wir ruhigen Gewissens diese Variante für fast alle Objekte empfehlen, denn auch entsprechende Reserven werden bei der Planung durch die Spezialisten berücksichtigt.


2. Vor-Ort WLAN-Ausleuchtung 

Auf Basis der gleichen erfassten Kunden Informationen muss hier ein Termin in dem Objekt realisiert werden. Für diese Variante wird mit einem echten WLAN die Versorgung der einzelnen Bereiche durchgeführt und tatsächlich mit einem professionellen Equipment gemessen. Es wird Vor-Ort ein oder mehrere WLAN-Access Points mit Hilfe von Stativen im Gebäude aufgestellt, um die benötigten Bereiche mit einem Funksignal zu versorgen. Jetzt wird durch einen Spezialisten mit einem Messgerät oder mit einem Laptop auf allen relevanten Positionen (ggf. gibt eine Messsoftware Messrouten vor) die entsprechenden Messdaten (Signalstärken, Signal-Rausch-Abstand, Signal-Stör-Verhältnis, AP-Empfangsbereiche, AP-Anzahl, Voraussichtliche PHY-Rate, Pro-Kanal-Abdeckung, Kanalbandbreite je Frequenz 2.4/5/6 GHz etc.) ermittelt und wie bei der Theoretischen Ausleuchtung in einer „Heatmap“ dargestellt. 

Aus diesem ausführlichen Report lassen sich dann die entsprechenden Vorgaben für die Installation und die Leistungsfähigkeit der installierten WLAN-Lösung ablesen, und ein entsprechendes Angebot an den Kunden erstellen.

Diese Variante wird überwiegend in Objekten mit speziellen Anforderungen wie Hochregallager oder Maschinenhallen sowie bei besonderen Applikationen wie Sprache oder Echtzeit Datenanwendungen eingesetzt, da der finanzielle Aufwand erheblich ist.


3. WLAN-Validierung 

Es kommt immer wieder vor das WLAN-Installationen nicht so funktionieren wie vom Kunden gewünscht. Es sind zum Beispiel fehlende WLAN-Abdeckung, zu geringe Bandbreite oder einfach Fehler in der WLAN-Versorgung durch Störungen anderer Geräte. In diesem Fall ist es notwendig die installierte WLAN-Versorgung zu prüfen und dann Anpassungen in die Wege zu leiten. 

Hier ist es in einfachen Fällen, wie fehlendes WLAN-Signal oder zu geringe Bandbreite möglich mit Hilfe der Theoretischen WLAN-Ausleuchtung zu überprüfen und dann entweder bestehende Access Points umzusetzen oder zusätzliche WLAN-Access Points nachzurüsten. 

Bei Störungen durch andere Geräte (Maschinen, defekte LED oder Leuchtstoffröhren Vorschaltgeräte, defekte Mikrowellengeräte oder andere hochfrequente Einflüsse von außen, ist eine Messung Vor-Ort nicht zu vermeiden. 

Diese Variante wird eingesetzt, um bestehende Netzwerke zu prüfen und mögliche Fehlerquellen zu identifizieren. Der Aufwand lässt sich im Vorfeld schlecht abschätzen und wird in den meisten Fällen nach Aufwand durchgeführt.


Fazit 

Eine WLAN-Ausleuchtung sorgt für ein stabiles, verlässliches Netzwerk – unabhängig davon, wie komplex ein Gebäude aufgebaut ist. Für Elektrofachbetriebe ist sie zugleich eine sinnvolle Erweiterung ihres Portfolios und ein starkes Argument für Qualität und Kompetenz. Kunden profitieren am Ende von einer Infrastruktur, die ihren Anforderungen gerecht wird und dauerhaft zuverlässig funktioniert.

Theoretische WLAN-Ausleuchtung mit FEGA & Schmitt

Wir bieten mit der Theoretischen WLAN-Ausleuchtung eine fundierte Analyse für die Kundenobjekte und geben klare Empfehlungen für ein stabiles, zuverlässig funktionierendes Netzwerk. Wir unterstützen Sie bei Planung und Komponentenwahl – damit Ihr WLAN genau dort stark ist, wo Sie es brauchen. 

Professioneller Eindruck beim Kunden 

  • Die theoretische Ausleuchtung zeigt dem Kunden technische Kompetenz und sorgt für Vertrauen. 

Vertrauensvoller Umgang mit Endkundendaten 

  • Alle Endkundendaten bleiben bei uns im Hause und werden nicht an dritte weitergegeben. 

Dokumentation für spätere Anpassungen 

  • Die erstellten Planungsunterlagen können als Grundlage für spätere Wartung oder Erweiterungen dienen.

Autor:in

Frank Tröger

Technikzentrum

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